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Naturheilkunde
- sich kundig machen, wie Natur heilt
Basics

Die Naturheilgesellschaft Stuttgart eV ist Mitglied im Deutschen Naturheilbund eV

Historie des Deutschen Naturheilbundes (DNB)

Der Deutsche Naturheilbund ist der Dachverband deutscher Naturheilvereine, er ist die älteste Vereinigung von Naturheilvereinen und Einzelmitgliedern auf dem Gebiet der Naturheilkunde im deutschsprachigen Raum.

  • Bereits vor 150 Jahren gründeten sich Vereine, die über natürliche, ‚volksverständliche‘ Heilweisen informierten. Dazu angeregt wurden sie durch den populären heilkundigen Landwirt Vinzenz Prießnitz aus Schlesien, der die Heilkraft des Wassers im Verbund mit Ernährung, Bewegung, Licht und Luft als erfolgreiche Reiz- und Regulationstherapie verordnete.
  • 1889 wurde der „Deutsche Bund der Vereine für Gesundheitspflege und arzneilose Heilweise“ in Berlin gegründet. 1912 vereinte der Dachverband etwa 900 Ortsvereine mit fast 150.000 Mitgliedern.
  • Im eigenen Verlag erschien das Mitgliederorgan „Naturarzt“, das auch heute noch als selbständige monatliche naturheilkundliche Zeitschrift die Mitglieder begleitet. 
  • Von 1927 bis zur Enteignung 1946 verfügte der Verband über das erste Lehrkrankenhaus für Naturheilkunde, das Prießnitz-Krankenhaus in Berlin-Mahlow, das einem Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Charitè angeschlossen war.
  • Vinzenz Prießnitz wurde 1999 aus Anlass seines 200. Geburtstags von der UNESCO im Kulturerbekalender für seine Verdienste um die Naturheilkunde gewürdigt.
  • Seit 2014 sind die traditionellen Heilanwendungen und das Vermächtnis des Vinzenz Prießnitz in der Liste der immateriellen Güter in der Tschechischen Republik eingetragen (ehemals deutschsprachige Volkskultur).
Wasseranwendungen nach Prießnitz wurden über Naturheilvereine verbreitet.

Der Deutsche Naturheilbund in der Gegenwart

Der Deutsche Naturheilbund ist unabhängig, gemeinnützig anerkannt, politisch und konfessionell neutral; er ist ein Laienverband und vertritt keine berufspolitischen und keine kommerziellen Interessen. Er erhebt aber im Interesse seiner Mitglieder die Stimme in der Gesundheitspolitik und Gesundheitsbildung. Seine Arbeit finanziert der DNB aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Gemeinsam mit den Vereinen leistet er satzungsgemäß einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsförderung.

Präambel des DNB:

  • Der Deutsche Naturheilbund (DNB) versteht sich als gesellschaftliche Bewegung zum Erhalt und zur Weiterentwicklung naturheilkundlicher Heilmethoden und Maßnahmen zur gesundheitlichen Vorsorge.
  • Der DNB setzt sich unabhängig von wirtschaftlichen Interessen dafür ein, dass die Naturheilkunde und Traditionelle Medizin als weltweites kulturelles Erbe respektiert und wertgeschätzt wird. Damit verbunden ist ein juristisch und politisch anerkannter Stellenwert in Anwendung, Prävention und wissenschaftlicher Forschung. 
  • Der DNB sieht es als eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, in der Bevölkerung die Kompetenz für die Erhaltung und Wiederherstellung der eigenen Gesundheit zu fördern und zu stärken. Er strebt eine umfassende Berücksichtigung gesundheitsförderlicher Lebenswelten in allen Politikfeldern an.
  • Waren im 19. Jahrhundert u.a. Unterernährung, Hygienemängel, Kohlestaub und 12-Stunden-Arbeitstage für Gesundheitsprobleme verantwortlich, sind es heute die „modernen“ Arbeits- und Lebensumstände verbunden mit belastenden Einflüssen aus Umwelt, Ernährung und Lebensstil, die eine Entfremdung von den natürlichen Lebensgrundlagen, steigende Erkrankungszahlen und aus dem Ruder laufenden Krankheitskosten bewirken.
  • Geschichtlicher Hintergrund:  Vinzenz Prießnitz (1799 – 1851) legte mit den von ihm entdeckten Erfahrungsschatz der Heilfaktoren von Wasser, Licht, Luft, Bewegung und natürlicher Ernährung die Grundlagen für die klassischen europäischen Naturheilverfahren. Zu deren Förderung gründete sich 1889 der „Deutsche Bund der Vereine für Gesundheitspflege und arzneilose Heilweise“, der später in „Deutscher Naturheilbund“ umbenannt wurde. Der DNB ist damit eine der ältesten bürgerschaftlichen Laienvereinigungen für Naturheilkunde in Europa.
Jährliche Aktionstage
Das DNB-Mitgliederorgan

Wir fördern Gesundheit und Lebensqualität

Das Ziel der ältesten Naturheilbewegung in Deutschland ist, die Bevölkerung umfassend  in gesunder Lebensführung und Ernährungsweise zu fördern, damit jeder in Eigenverantwortung für seine Gesundheit aktiv werden kann.

  • Wir sind für eine naturbewusste, ökologisch sinnvolle Lebensweise und natürliche Heilverfahren.
  • Nicht erst seit der Kostenexplosion im Gesundheitswesen, schon seit 130 Jahren vermitteln der Deutsche Naturheilbund und die Naturheilvereine „Hilfe zur Selbsthilfe“.
  • Eigenverantwortung für die Gesundheit war schon lange vor den Dauerproblemen der Gesundheitspolitik der Leitgedanke für alle Aktivitäten.
  • Mitglieder der Naturheilvereine können in der DNB-Telefonsprechstunde medizinischen Rat zu gesundheitlichen Problemen einholen.
  • Der DNB organisiert unter dem Motto „Wandern und Kuren auf Prießnitz‘ Spuren“ erlebnisreiche Gesundheitsreisen in das Prießnitz-Heilbad Gräfenberg in Tschechien, der  Wirkungsstätte von Vinzenz Prießnitz.
Zu Gast im 4-Sterne-Sanatorium VINCENZ PRIESSNITZ

Leitgedanken von Vinzenz Prießnitz

Vinzenz Prießnitz begann empirisch mit frischem kaltem Wasser zu heilen; durch die Erfahrungen mit 36.000 Patienten ordnete er nach und nach die Ernährung, ausreichende Bewegung an Luft und Licht und einen bewussten Lebensstil in seine ganzheitliche Therapie ein und legte damit den anerkannten Grundstein für unsere neuzeitliche Naturheilkunde.

Darauf baute Sebastian Kneipp das erfolgreiche Therapiesystem auf mit den bekannten 5 Säulen: Ernährung – Bewegung – Wasserheilkunde – Pflanzenheilkunde und die Ordnungstherapie. Gemeinsam sind sie die Pioniere der klassischen europäischen Naturheilkunde:

Prießnitz – der Begründer, Kneipp – der Vollender.

Vinzenz Prießnitz (1799-1851)

Aus Prießnitz‘ Erfahrungsschatz:

Warum kaltes Wasser?

  • „Es ist nicht die Kälte, die heilt, sondern die Wärme, die durch das kalte Wasser im Körper erzeugt wird.“
  • „Frisches kaltes Wasser ist ein Universalmittel gegen jede Krankheit. Was heilbar ist, kann durch Wasser geheilt werden!“
  • „Die beste Apotheke ist ein Brunnen voll frischen Wassers.“
  • „Zu einer Wasserkur braucht man Charakter (Disziplin); wer keinen hat oder seinen schwachen nicht stärken will, soll davon wegbleiben.“

Prießnitz zog stets die Mitarbeit seiner Patienten in seinen Behandlungsplan ein:

  • „Die größte Kunst, mit der Natur zu heilen, ist das Individualisieren.“
  • „Der Natur folgen und nichts erzwingen. Sie müssen Geduld haben! Der wahre Arzt wohnt im Menschen selbst.“

Prießnitz mahnte auch, über aufkommende Zivilisationskrankheiten nachzudenken:

  • „Nicht im Rezept liegt das Heil, es liegt in der Summe der täglichen Lebensführung!“
Gedenkstein im Prießnitz-Kurareal
Gedenktafel an der renovierten Quelle im Prießnitz-Balneopark